Gothia-Cup 2004

..."Ater Schwede" - was für eine tolle Tour!

Immer dann, wenn Reisende eine Reise noch einmal machen, dann heißt es. die Reise war wohl gut. Wir Organisatoren werden bereits heute gefragt, wann es wieder los geht. Die Reise war also gut. Nein sie war nicht nur gut, sie war spitzenmäßig, riesig, toll, phantastisch! Aber der Reihe nach.

Freitag 9.7.2004 - Die Hinfahrt

19:30 Uhr; Jetzt geht es endlich los. Alle Vorbereitungen, Überlegungen. Planungen und Diskussionen sind beendet, die Taschen gepackt, der Proviant verstaut, was jetzt nicht stimmt, stimmt nimmermehr!

Abfahrt bei strömendem Regen (ein schlechtes Ohmen?). Schnell noch ein Gruppenfoto, einsteigen in die Busse und... "ab die Kirsche..."

Einige Eltern blicken bei der Abfahrt doch arg skeptisch. Ob es ihren "Kleinen" in der großen, weiten Welt auch gut geht? Den Kids ist (liebe Eltern nicht traurig sein) weit weniger Abschiedsschmerz anzumerken!

Schon nach den ersten Kilometern kommen erste Zweifel auf, ob die regenfesten Klamotten wohl reichen werden? Es gießt wie aus Eimern und die Straße ist kaum zu erkennen, so schüttet es aus dem dunkelgrauen Himmel.

Erster Stopp schon nach wenigen Kilometern,  Karstendiek, rechts ran... was ist los? Kurse Rücksprache der Besatzung des großen Reisebusses. Kompliment an die Betreuer, die noch einmal alle Reiseunterlagen kontrolliert haben und...: Finn Huntemann hat nicht seinen, sondern den Pass seines Bruders dabei (oh, Mann). Ein Segen dieses Zeitalter der Telekommunikation. Kurzes Handytelefonat und nach 20 Minuten ist Papa mit dem richtigen Dokument vor Ort!

Also weiter, mal sehen, was als nächstes passiert? Eine triste, eintönige Fahrt, auf der die Scheibenwischer Schwerstarbeit leisten müssen. Die Kids werden mit Game-Boy und Knabbersachen "ruhig gestellt"!

Kilometer um Kilometer bahnen sich unsere Busse Ihren Weg durch die "Fluten"! Spätestens in Dänemark wird das Dunkelgrau des Tages vom noch dunkleren Grau der Nacht abgelöst.

Nur sporadisch schließen sich die Augenlider und die Erschöpfung bringt einen kurzen, wenig effektiven Schlaf. Gegen 3:30 Uhr, erreichen wir Frederikshaven, unseren Fähranleger. Abfahrt der Fähre nach Schweden, erst 5:45 Uhr! Ergo über zwei Stunden warten! Beine vertreten fällt aus, man erinnere sich an den Regen! Endlich Zeit für die Fahrer eine "Mütze Schlaf" zu nehmen!? Neeeh! Die Kids im engen Bus sind wieder hellwach und … LAUT!!

Der Fahrer des Reisebusses lädt das Gepäck aus und verabschiedet sich. Die Koffer der "Reisebusfahrer" stehen somit in einer Gitterbox auf dem Asphalt des Fähranlegers und werden zunächst einmal vom dänischen Regenmassen "geflutet". Horst ( the big organizer) schafft schnelle Abhilfe, besorgt mitten in der Nacht einen Gabelstapler, der Gitterbox nebst Gepäck ins Trockene bringt.

Die anschließende Fährüberfahrt verläuft weitestgehend unspektakulär, wiewohl einige Eltern sicher entsetzt über den Anblick ihrer völlig entkräfteten Sprösslinge gewesen wären. An Tischen zusammengesunken oder einfach auf den abgestellten Reisetaschen zusammengekauert zollen die Kids ihren nächtlichen Energieleistungen Tribut!

Als die Fähre in Göteborg ankommt, heißt es für die meisten wieder Gepäck schleppen, auschecken und … unser Bus, der uns weiterbringen soll, ist nicht da! Einziger Vorteil; den immer noch prasselnden Regen nimmt man kaum noch richtig war. Horst telefoniert hin und her, die kleinen Busse sind schon ein Stück weitergefahren und warten.

Irgendwann kommt der Bus dann doch und macht sich mit der großen Gruppe auf den Weg nach Mölndal, unser Ziel. Dies geschieht leider von den Fahrern der kleinen Busse unbemerkt, und so müssen wir uns ohne die Hilfe des einheimischen Busfahrers durchschlagen. Geführt von Horst (the scout) Schlottmann gelingt es Torsten (die Rakete) Eggelmann die restlichen Kinder mit "nur" einer halben Stunde Verspätung ans Ziel, der "Kvanbyskolan", nach Mölndal zu bringen!

Samstag 8.7.2004

Es beginnt das Entladen der Busse (...äh., natürlich bei Regen, hat es überhaupt schon mal aufgehört,..?) Wir werden überaus freundlich in Empfang genommen und bekommen unsere Quartiere (je ein Klassenraum pro Mannschaft) zugewiesen.

Jetzt beginnt es richtig nett zu werden! Die Kids sind einfach nicht "tot zu kriegen" und innerhalb kürzester Zeit verwandeln sich Flure und Eingangshalle der Schule in Fußballfelder... "HALT!"... erst die "Betten bauen!", Isomatten und Schlafsäcke auf den Boden geworfen und weitergekickt... (wann wohl der erste tot umfällt?).

Die Betreuer richten in der Zwischenzeit ein Büfett vom Feinsten: Obst, Tomaten, Wurst, Käse, verschiedene Brotsorten, Marmelade, Nutella, etc... ergeben ein wirklich tolles "Brunch" (nur das taube Gefühl im Kopf gaukelt einem vor, es sei ein Abend- oder gar Nachtmahl).

Sogar an eine Kaffeemaschine haben Uwe (Hilde) Brunhorn und Thomas Dinter gedacht, aus der nun endlich das von uns sehnsüchtig herbeigesehnte koffeinhaltige "Aufputschmittel" rinnt! (Leider ohne Milch... schade Horst!!)

13:45 Uhr. Wir bekommen unsere "Gothiacard" ausgehändigt, die für den gesamten Aufenthalt als Ticket für die öffentlichen Verkehrsmittel, als Gutschein für drei Mahlzeiten täglich, als Eintritts- oder Ermäßigungskarte für viele Sehenswürdigkeiten und vieles mehr gilt.

Die Fußballduelle auf den Fluren werden immer engagierter, und so freut sich die für jeden Notfall gerüstete medizinische Abteilung (Torsten-Doc-Eggelmann) genauso wie sie sich wundert, dass bis jetzt noch keine ernsthaften Verletzungen aufgetreten sind (erst am frühen Abend gibt es das erste aufgeschlagene Knie (…Bepanthen, Pflaster, und gut).

13:50 Uhr. Erstmals sichten wir die zwischenzeitlich angereiste schwedische Mädchenmannschaft. Beim ersten Kontakt stellt sich heraus, dass diese (fast) perfekt deutsch sprechen... "Ich bin ein Wellensittich" kommt in nahezu akzentfreier Aussprache (oh Mann, die Deutschbücher für schwedische Kinder bedürfen dringend einer Überarbeitung, wer denkt sich Sätze wie "lch bin eine Bratwurst" nur aus?)

Die jeweils nur kurzen Trainingseinheiten bleiben vorn "Wettergott" weitgehend ungestört, und hier und da blinzelt sogar die Sonne durch die Wolkendecke!

Wieder in "UNSERER" Schule angelangt stellen wir fest, dass wir und die Mädchen nicht länger allein sind. Unsere Unterkunft füllt sich nach und nach mit jungen Fußballern und (zur großen Freude der Jungs) Fußballerinnen (...aus Spanien, olé?! ...ach nee, doch "nur" wieder Schwedinnen). Zeit zum Duschen und Verschnaufen.

Um 17:00 Uhr machen wir erstmals Bekanntschaft mit der Mensa und der Küche. Fleischwurstgulasch und Reis munden nach 1 1/2 Tagen Büfett allen vortrefflich!

Im Anschluss ans Abendessen fahren wir in die Stadt und besuchen erstmals das "Heden Center", ein großes Information-, Shopping-, Unterhaltungsareal, das pulsierende "Herz" des "Gothia Cups". Zum Leidwesen all derer die darauf brennen, endlich die ersten Kronen unter die Leute zu bringen, ist das Center erst ab Montag geöffnet. Lediglich das "Leaders Cafe " für Trainer und Betreuer hat bereits geöffnet, und so kommen wenigstens wir in den Genuss von Kaffee "for free"! (Wer natürlich unbedingt sein Geld schon heute loswerden möchte, läuft einfach zum nächst besten Laden an der Ecke und erwirbt dort irgendein Trikot minderer Qualität zu überhöhten Preisen...)

Die E- und D- Jugend beschließt noch in den "Liseberg Amusement Park" zu gehen. Der Eintritt ist mit der "Gothiacard" frei, lediglich die einzelnen Fahrgeschäfte müssen extra und nicht knapp bezahlt werden.

Die Kid' s dürfen jeweils zu dritt den Park allein erkunden, und wir Betreuer nehmen die Gelegenheit wahr, zum lächerlichen Preis von umgerechnet "nur" 6 Euro ein schönes kühles Bier zu trinken (das ham' wir uns verdient...!). Als wir an diesem Abend wieder in "unserer" Schule ankommen, gleicht der große Schulhof einem Tollhaus! Offensichtlich sind jetzt alle Gruppen angekommen, und eine Vielzahl der Fußballer/innen vertreiben sich die Zeit mit einem wilden Kick auf dem harten Asphalt.

Wir lassen uns beeindruckt ein wenig in der Menge treiben, um uns pünktlich um 19:00 Uhr endgültig vom Sog der Massen gefangen nehmen und ins "Ullevi Stadium" zur Eröffnungsfeier spülen zu lassen. Junge Fußballer aus aller Welt füllen dieses riesige Stadion bis auf den letzten Platz, und zeigen, dass die Welt rund ist, rund wie ein Fußball!

Die Stimmung ist laut und ausgelassen wie bei einem Championsleagespiel, nur dass es hier weder eine Heimmannschaft noch einen Gegner gibt! Hier feiert man sich selbst, sich und die Welt des Fußballs! Nicht die Spur von Aggression liegt in der Luft! Nur ausgelassene, friedliche Freude bahnt sich ihren Weg durch 44.000 Kehlen zu einem gigantischen Orkan! Und über allem, der nun endgültig wolkenlose Himmel Schwedens.

Sonne und "Wellen" bestimmen nun das Bild, denn "la ola" hat Einzug gehalten ins große Oval, und lückenlos rollt die Welle unzählige Male durchs Göteborger Stadion. Alle wissen wie es geht und alle machen mit...

Die Welt spricht Fußball!

Ein buntes Spektakel, geprägt von Respekt und Anerkennung für die Nation des Anderen, das wohl symbolisch für den Geist des "Gothia Cup" im gemeinsamen Einzug der Kinder Israels und Palästinas mündet!

Was folgt ist nicht plastisch genug in Worte zu fassen, um dem, der es nicht selbst erlebt hat, auch nur einen ungefähren Eindruck davon zu vermitteln, was mir als Zuschauer einen Schauer nach dem anderen über den Rücken treibt...! Durch dieses Symbol wird wohl am treffendsten zum Ausdruck gebracht, worum es hier geht: Die Nationen, die Religionen, die Hautfarben und Weltanschauungen über die politischen Grenzen hinweg durch den gemeinsamen Sport zu einen!

Mit langen Reden wird zur Freude aller gespart, und nur Lennart Johanson (IUEFA Präsident) und Sven Göran Erikson (englischer Nationaltrainer) richten kurze Grußworte an das "Fußballvolk".

Angetrieben von der schwedischen Popband "Alcazar" werden mehrere tausend Kinder und Jugendliche Zeuge eines einmaligen Spektakels aus Musik, Showeinlagen und Feuerwerk, bis endlich, nach fast zwei Stunden, jede teilnehmende Nation von den Zuschauern begrüßt und Willkommen geheißen worden ist.

Als der Abend in einem gewaltigen Feuerwerk sein Ende findet, taumeln in den Menschenmassen auch 68 Bassumer tief beeindruckt in Richtung Göteborger Innenstadt, angefüllt mit Eindrücken, die sich fest in die Erinnerung eingeprägt haben dürften!

Die durchaus netten Schwedinnen versetzen unsere "größeren" Kids in entzücken und es verspricht eine "interessante" Woche zu werden...!

Wie der weitere Abend verläuft, kam an dieser Stelle leider nicht näher beschrieben werden. Um 23:00 Uhr fallen dem Chronisten die Augen zu und öffnen sich erst wieder am nächsten Morgen um... 9:30 Keine weiteren Infos also an dieser Stelle...!

Sonntag 11.07.2004

13 1/2 Stunden später... Beim Aufwachen fehlt etwas... ein Geräusch, an das wir uns mittlerweile so gewöhnt hatten... richtig, es regnet nicht - oder noch nicht?

Alle haben gut geschlafen und erscheinen entsprechend entspannt in der großen Pausenhalle (nur Holger Bulk hat was zu meckern, irgendwas mit 'ner lärmenden Heizung oder so...).

Duschen, Zähneputzen, Frühstücken. Alles in Ruhe, wir haben Zeit. Die Jungs spielen Tischtennis oder kicken wieder mit kleinen Fußbällen auf "Sitzbanktore". Bewegungsdrang breitet sich aus!

Die B- Jugend "fordert", obwohl Sonntag, vehement TRAINING (Bemerkung: die Mädchen wollen auch trainieren... na da schau her!). Der Trainerstab beschließt also, dem Drängen nachzugeben und vor die für heute geplante Besichtigungs- und Shoppingtour eine kurze Trainingseinheit ins Tagesprogramm einzubauen. Ausgegebene  Kleiderordnung: Trainingsanzüge, Turnschuhe, Fußballschuhe (geschultert)... Und los geht's...

Nachdem wir uns etwas ausgeruht und gestärkt haben, wollen wir nun endlich richtig den "Heden Center erobern". Mit der Linie 4 also auf in die Stadt und diesmal ist das Heden Center geöffnet und wie...! Ein Gewimmel aus jungen Menschen aller Herrenländer, sportlich gekleidet und gut gelaunt! Die Veranstalter haben sich wirklich einiges ausgedacht: Fußballtennis, Beachsoccer, der berühmte "Nikekäfig", Internetcafé und (sponsored by ARIEL) Schlammfußball mit anschließender Gratisreinigung durch den Sponsor. Die Möglichkeit Sport- (in erster Line Fußball-)artikel zu erwerben gibt es natürlich auch.

So langsam scheint sich Göteborg mit jungen Fußballern zu füllen. Sah man gestern noch eher vereinzelt mal einen Trainingsanzug, prägen jetzt blaue, grüne, rote oder schwarze Gruppen das Bild an den Bahnstationen, die stolz die Farben ihres Vereis zur Schau tragen. So häufig wie das des TSV Bassum, sieht man allerdings kein anderes Vereinsemblem!

Blaue (D-Jugend), rote (B- Jugend), grüne (C- Jugend) und rot-schwarze (E- Jugend) Trainingsjacken tragen den Schriftzug des TSV und deren Sponsoren (2x McDonald's, Bundesligakarten.de, Launer und HGF- Holger Fietz)!

Unerfreulicher Ausklang des Abends: Beim Duschen wird zwei unserer Spielern ihre "Gothiacard" geklaut, der Täter ist natürlich nicht zu ermitteln und so müssen wir mit saurer Miene 60 Euro berappen, um neue Karten zu kaufen. SCHADE!

Vor dem Schlafengehen brüten die einzelnen Betreuerstäbe noch über der richtigen Mannschaftsaufstellung und das richtige taktische Konzept für den nächsten Tag (erstes Turnierspiel für jeden von uns). Gute Nacht.

Montag 12.07.2004

8:30 Uhr. Horst weckt uns (ja auch die Jungs haben so lange geschlafen), denn heute ist ja der lang herbeigesehnte Turnierauftakt! Als erstes müssen B- und D- Jugend ran, später dann C- und E-Jugend.

Wir schauen aus dem Fenster, und als ob Gott Fußballfan ist, lacht uns die Sonne aus wolkenlosem schwedischen Himmel ins verschlafene Gesicht. Schneller als sonst schlüpfen die Kids in die bereitgelegten Trikots und Trainingsanzüge. Gemeinsam gehen wir zum Frühstuck und sind auch mit diesem sehr zufrieden!

Gestärkt und voller Erwartung machen wir uns mit dem Zug auf in Richtung Kungsbacka, unserem Spielort für die Vorrunde. Toll was, uns dort erwartet! Die Spielstätte, bestehend aus 11 feinen Rasenplätzen, wimmelt nur so von unzähligen Jungen- und Mädchenteams! Auf allen Plätzen ist ununterbrochen Spielbetrieb, kaum ist ein Spiel abgepfiffen, schon nehmen die nächsten Mannschaften Aufstellung zu ihrem Match.

Erstmals haben wir Gelegenheit auch die fußballerischen Qualitäten unserer weiblichen Mitbewohner in Augenschein zu nehmen und einigen der Jungs bleibt vor Staunen der Mund offen stehen...! Man bekommt technisch feinsten Fußball geboten! Besonders als die schwedischen Mädchen im Kampf um die Lederkugel die italienischen "Gigolos" mehr als ein mal mit feinsten Kunststückchen düpieren, geht ein ums andere mal ein schadenfrohes "OLE'" (Nike lässt grüßen) über den Schulhof.

Erst als die hereinbrechende Dunkelheit das Fußballspielen unmöglich macht, zerstreuen sich die Grüppchen nach und nach in Richtung Schlafsäle.

Dienstag 13.07.2004 - "Leader-Party"

Der Vormittag ist geprägt vom Streben nach sportlichen Erfolgen. Jede Mannschaft kämpft in ihrer jeweiligen Gruppe um die vordersten Platzierungen. Besonders hervor tut sich dabei die E- Jugend, die nicht nur ungeschlagen, sondern dazu noch mit beeindruckendem Torverhältnis den ersten Platz in der Vorrunde erringt!

Am Abend ist "Leader Party", eine riesige Fete für die Trainer und Betreuer. Neben Essen vom Feinsten gibt es hier zu unserer großen Freude endlich mal ein Bier mit 5,3 Vol. %, nicht (Zitat) "diese Leichtbierplörre, die es sonst hier so gibt"!

Ohne hier näher ins Detail gehen zu wollen sei gesagt, dass wir diese Gelegenheit recht intensiv nutzten! (An dieser Stelle nochmal herzlichen Dank an Thomas Dinter, Carsten Behrens, Bernd Müller und Ronald Cordes, die bei den Kids geblieben sind und die wir zumindest an diesem Abend sehr bedauern, nicht unbedingt mehr am nächsten Morgen.

Gähn, Kopfschmerz! Während des Essens an langen Tischen, die in einer riesigen Mehrzweckhalle, ähnlich der Bremer Stadthalle aufgestellt sind, präsentieren die Veranstalter auf einer großen Showbühne eine Mischung aus Variete, Kleinkunst und Musik, bis eine wirklich gute Band den Gästen so richtig einheizt und uns die Gelegenheit zum "Abtanzen" gibt. (Und die Bewegung tut richtig gut!)

Mittwoch 14.07.2004

Letzte Gruppenspiele. Bis auf die B-Jugend, die in ihrer starken Gruppe dritter wird, qualifizieren sich alle Bassumer Mannschaften für die A- Finalrunde!

Die ersten "Play- of- Spiele" stehen schon am Nachmittag des gleichen Tages auf dem Programm und tatsächlich gewinnen ALLE Mannschaften ihre Spiele in der K.O.- Runde. Am deutlichsten wieder die E-Jugend mit 8:1, am knappsten die C-Jugend mit 5:4 nach Elfmeterschießen und einem echten Nervenkrieg mit vielen Fehlschüssen. Umso größer natürlich der Jubel nach dem letzten (verschossenen) Elfer des Gegners.

Ein aus sportlicher Sicht rundum erfolgreicher Tag also! Allein die immer zahlreicher werdenden verletzter, oder zumindest aufgrund zahlreicher Blessuren gehandicapten Spieler machen dem Trainerstab Sorgen! Die medizinische Abteilung arbeitet auf Hochtouren. Voltaren Schmerzgel das Mittel der 1. Wahl gegen die zahlreichen Prellungen und Stauchungen, Resultat der ungewohnt harten "Gangart" der schwedischen Mannschaften. (Gegen Blasen gibt's Bepanthen und Pflaster). Am Abend werden die Erfolge bei einem zünftigen Grillen ordentlich gefeiert. Holger Bulk ehrt bei dieser Gelegenheit den Spieler der Saison in der B-Jugend: Andre Wehlers.

Beim Grillen nieselt es erstmals wieder ganz leicht, was aber echt nicht weiter stört. Zum Wetter muss man sagen, dass wir sowieso nicht klagen können! Bis auf den Anreisetag hat es hier nicht einmal geregnet, Wolken und Sonne halten sich in etwa die Waage, etwas Wind und insgesamt sehr freundlich (vielleicht doch Fußballfan der "alte Herr" da oben?)

Donnerstag 15.07.2004

Heute trennen sich die Wege der einzelnen Mannschaften, denn spielten bisher alle vier Teams in Kungsbacka, sind die Spielorte jetzt über die ganze Region verteilt. Die bewährte, lautstarke Unterstützung durch die anderen Bassumer entfällt also zukünftig. Ab jetzt muss sich jedes Team allein durchschlagen.

Auf geht´s Buam! Allen ist klar, dass heute auch der Tag der Niederlagen werden kann, denn die jetzt noch im Wettbewerb befindlichen Teams sind allesamt nicht von Pappe. Und so kommt es wie es kommen muss: Alle Bassumer Mannschaften finden am heutigen Donnerstag ihren Meister und scheiden aus. Dabei gelingt der E- Jugend sogar noch einweiterer "Play of-Sieg", womit sie zu den besten 16 dieses großen Turniers gehören! Der dann wartende Gegner aus Lettland ist allerdings in allen Belangen einen kleinen Tick besser, 1:3 das Ergebnis.

B-Jugend – Dabei sein ist alles!

Unsere B-Jugend hatte das Pech nicht in einer altersgerechten Klasse spielen zu können, sondern musste bei der nächst höheren Klasse mitspielen.

Dieses war in einigen Szenen nicht zu übersehen. Körperlich fehlte es doch hier und da. Die Leistungen der Mannschaft sind auch deshalb hoch einzuschätzen. Leider blieb der Mannschaft der Einzug in Play-Off A verwehrt.

Zum Kader der B-Jugend gehörten folgende Spieler: Daniel Jirgalke, Thomas Smit, Sebastian Schaack, Malte Strohbusch, Daniel Voss, Arne Bäker, Andreed Wehlers, Tim Müller, Andree Temp, Oliver Meyer, Lars Diedrichs, Philipp Scheenborn, Jens Meyer, Gregor Bochynek, David Wilker und Sebastian Brennecke. Betreut wurden diese schon älteren Spieler vom Trainer und Jugendleiter Holger Bulk.

C-Jugend hatte das tolle Erlebnis eines Elfmeter-Schießens

Zum Kader der C-Jugend gehörten folgende Spieler: Max Hahnel, Thorsten Stachel, Konstantin Basilopoulos, Mohammed Nabizada, Jan Lehmkuhl, Marc Müller, Malte Stoffregen, Wim Woltmann, Tobias Cordes, Fm Huntemann, Albert Hasani, Tim Kieselhorst, Marcel Schumacher und Antjom Dick. Betreut wurden sie von Thomas Dinter, Ulli Schäfer u. Carsten Rehrens.

Als Gruppenzweiter zog die Mannschaft in das Play-Off A ein. Im ersten Spiel stand es nach 90 Minuten Unentschieden. Im folgenden Elfmeterschießen durchlebten die Spieler Höhen und Tiefen. Zunächst war man vorn, dann mit mal hinten und schließlich dann doch wieder vorn. Eine starke Vorstellung, die uns alle begeisterte.

D-Jugend musste sich erst einer französischen Mannschaft beugen

Die Betreuer Ronal Cordes, Stefan Döpke, Björn Drecktrah und Bernd Müller stellten die Spieler so gut auf die Gegner ein, dass die Mannschaft verdient das Play-Off A erreichte.

Der nächste Gegner, eine Mannschaft aus Frankreich, die pikanterweise in unserer Schule untergebracht war, war dann allerdings eine Nummer zu groß. Diese Mannschaft musste nur für den Fußball leben und hatte bestimmt weniger Spaß als unsere D-Jugend.

Zum Kader der D-Jugend gehörten folgende Spieler: Jens Nubbemeyer, Fabian Seelert, Fabian Döpke, Fabian Schomaker, Stefan Hole, Roman Seidel, Mathis Hoffmann, Keno Straatmann, Dennis Wehlers, Manuel Hopp, Nico Buddenbaum, Michel Müller, Kevin Krämer und Tobias Michels.

E-Jugend erreicht das Achtelfinale und ist zweitbeste deutsche Mannschaft

Zum Kader der E-Jugend gehörten folgende Spieler: Malte Ständer, Marcel Grube, Bastian Müller, Jannes Eggelmann, Michael Mehle, Philipp Beerhorst, Hannes Schlottmann, Christopher Butt, Mirko Labbus, Marius Schäfer, Marvin Lee Gillner und Josha Brunhorn. Betreut wurde die Mannschaft von Wilhelm Beerhorst, Torsten Eggelmann, Uwe Brunhorn und Horst Schlottmann.

Die Mannschaft spielte frech auf und war insbesondere im technischen Bereich den Gegnern bis zum Achtelfinale überlegen. Mit der Kreisauswahlmannschaft Bad Segeberg war lediglich eine deutsche Mannschaft besser. Die Spielweise und die Ergebnisse erfreuten uns alle. Egal ob Betreuer oder Spieler der D‑, C- bzw. B-Jugend.

Zuschauen machte einfach Spaß!

Trotzdem bleibt festzuhalten, dass alle Mannschaften hier sehr erfolgreich gespielt und den TSV BASSUM würdig vertreten haben! Riesiges Kompliment, wir sind richtig stolz auf unsere Jungs!

Am Abend merkt man den einzelnen Spielern dann auch an, dass der Akku erst einmal wieder geladen werden muss. Die wenigsten machen sich auf den Weg in die "GothiaDisco", die meisten begnügen sich mit den jetzt schon üblichen Flirts mit den Mädchenmannschaften, und hier und da sieht man jetzt auch schon die Kids Hand in Hand mit einer blonden Schwedin über den Schulhof schlendern.

Der Grill wird nochmal angeworfen und es werden ein paar Bratwürste "gemampft". Liebe Eltern, hungern musste hier wirklich keiner! (An dieser Stelle noch einmal herzlichen Dank der Kreissparkasse, die mit einer Barspende den Würstchenkauf ermöglichte).

Freitag 16.07.2004 - Letzter Tag

Da wir wie gesagt keine eigenen Spiele mehr haben, können wir diesen Tag etwas "locker" angehen lassen. Ausschlafen bis 8:45 Uhr, Wecken, denn die Küche schließt um 9:30 Uhr, Frühstück wie immer mit Cornflakes, Weißbrot, Ei, Milch Saft und so weiter...

Wir beschließen heut' nochmal ins Ulevi Stadion zu fahren, dort finden die ersten Finalbegegnungen statt, wir wollen uns das Spiel der E- Jugend anschauen. Also nach dem Frühstück wie immer mit der Linie 4 in die Innenstadt.

Am "Heden Center" finden gerade Halbfinalspiele statt, vor 1000enden Zuschauern, sehr beeindruckende Kulisse! Da wir noch etwas Zeit haben, werden noch letzte lebenswichtige Einkäufe getätigt: Fußballschuhe, Stutzen, Trikots, Bälle etc. (wir steigern das Bruttosozialprodukt).

Um 12:00 Uhr gehts ins Stadion (gleich nebenan). Schon irre, wie professionell hier selbst die Finalbegegnung der "Kleinsten" aufgezogen werden!

Die Endspiele

Eine Großbildleinwand zeigt nicht nur das aktuelle Spiel, auch Zeitlupen der entscheidenden Szenen bekommen die Besucher geboten.

Bei den B11 Jungen spielt eine ungarische gegen eine schwedische Mannschaft (und ein bisschen auch gegen den Schiedsrichter). Die Schweden sind das bessere Team und bekommen zudem noch etwas Unterstützung durch ihren Landsmann in schwarz (leider ein Phänomen, das wir während des gesamten Turniers beobachten und auch von anderen ausländischen Beobachtern bestätigt bekommen). Klarer Sieg für die Schweden.

Nicht nur die technische Begleitung der Endspiele ist höchst professionell, auch der Rahmen. Nationalhymnen (die schwedische jeweils Live durch ein Kind der entsprechenden Altersklasse über Mikro vorgetragen) und eine Siegerehrung wie bei den großen Stars sorgen für Gänsehautatmosphäre! Und genau wie ihre prominenten Kollegen wissen auch die Kleinen schon, sich gekonnt in Pose zu setzen, ihre Siege zu feiern und sehr theatralisch auch ihre Niederlagen zu beklagen!

Weil bei den B13 Jungen mit Hannover 96 ein deutsches Team im Endspiel vertreten ist (ebenfalls gegen ein schwedisches), sehen wir uns auch das Spiel noch an. 96 hält sehr gut mit und geht sogar 1:0 in Führung! Gemeinsam gelingt es der schwedischen Mannschaft und dem schwedischen Schiedsrichter aber letztlich doch noch die Hannoveraner zu bezwingen.

Nun ja, wie auch immer, es muss trotzdem schon richtig "geil" sein, einmal vor dieser Kulisse in einem Endspiel zu stehen!. Wer weiß, vielleicht gelingt es ja sogar mal dem ein oder anderen von unseren Jungs… also fleißig trainieren "Männer"!

Übrigens ist das Wetter mittlerweile wie im Märchen und lädt geradezu zum Kicken ein. Also fordern die Betreuer die Jugendlichen am Abend zu einem neu "Vergleich" heraus. Leider ist der Rasenplatz der sich in der Nähe befindet nicht für die Allgemeinheit zugänglich (Mist), und so legen wir kurzerhand ein paar Kleidungsstücke als Tore auf eine große Asphaltfläche und fangen an...

Den Spielverlauf will ich hier an dieser Stelle nicht näher erläutern! Euch jungen Fußballern rufe Ich nur zu: "Üben, üben, üben"!

Weil immer noch Bratwürste da sind, scheuen wir uns nicht, auch noch ein drittes Mal zu grillen. Hinterher heißt es dann schonmal die Taschen packen, denn am nächsten Morgen heißt es um 5:00 Uhr Aufstehen...!

Samstag 17.07.2004 – Die Heimreise

Müde hangeln wir uns an diesem Morgen aus unseren Schlafsäcken. Der Bus, der uns zum Fähranleger bringen soll ist für 6:10 Uhr angekündigt.

Als wir das Schulgebäude verlassen, um Frühstücken zu gehen (die Küche hat tatsächlich für uns schon so früh aufgemacht), stellen wir erstaunt fest, dass auch ein großer Teil der schwedischen Mädchenmannschaft zu dieser unchristlichen Zeit den Wecker gestellt hat, um ihre "deutschen Freunde" zu verabschieden! Und man höre und staune, alle tragen zu ihren Schlafanzughosen das Bassumer "Gothia-Cup-T-Shirt". (Vielen Dank an dieser Stelle der Volksbank für die noble Spende der Shirts. Liebe Sponsoren, ihr seht , ihr habt damit doppelt Freude geschenkt)!

In den Abendstunden des gestrigen Tages muss es also noch zu diesem (bei Fußballern ja nicht unüblichen) Trikottausch gekommen sein. Nach einigen herzlichen Umarmungen (habe ich etwa Tränen gesehen?) setzt sich unser Tross in Bewegung und wir lassen "unsere" Schule, die uns eine Woche lang ein Zuhause war, hinter uns.

In den Abschiedsschmerz beginnt sich aber zuerst zögerlich, dann immer spürbarer, auch die Freude auf zu Hause zu mischen, aufs eigene Bett, die Eltern, Freundin und Freunde und worauf immer man sich beim Gedanken an daheim freut!

Die Fähre ist schnell erreicht, es wird eingecheckt und los geht die Fahrt. Viele nutzen die Zeit für ein Schläfchen (hat der Trikottausch etwa länger gedauert?) oder für ein Sonnenbad am Oberdeck.

Was wir auf der Fähre noch als angenehm empfanden, Sonne und hochsommerliche Temperaturen, macht die Fahrt in den Bussen zur Tortur! Stunde um Stunde schickt der rote Himmelskörper seine heißen Strahlen unbarmherzig auf unser Blechdach und lässt uns bald die Kleider am Leibe kleben.

Dennoch machen wir keine längeren Pausen (nur die Fahrer wechseln sich regelmäßig ab). Zu stark ist jetzt schon der Wunsch zu Haus' zu sein. "Sind wir immer noch in Dänemark", ist die wohl am häufigsten gestellte Frage dieses Fahrabschnitts. Immer wieder sinkt den Kindern das Kinn auf die Brust, und man merkt deutlich den Schlafmangel der vergangenen Nacht.

Nachdem wir endlich NICHT MEHR in Dänemark sind und wir als prognostizierte Ankunftszeit ca. 19:00 Uhr an die Eltern zu Haus durchgesagt haben, ist die mit Abstand meistgestellte Frage: "wie spät…?"

Wir kommen gut voran und es zeichnet sich ab, dass wir es wohl tatsächlich bis 19:00 Uhr nach Bassum schaffen. Als wir Hamburg hinter uns gelassen und den Weg Richtung Bremen eingeschlagen haben, zieht sich der Himmel schon etwas zu, und je näher wir der Heimat kommen, desto dicker und dunkler werden die Wolken. Als wir Posthausen passieren, prasselt endlich der dicke Regen auf unser Gefährt! So scheint sich der Kreis zu schließen, denn bei eben diesem Wetter sind wir gestartet. Gleich sind wir zu Hause!

Als wir pünktlich um 19:00 Uhr am Treffpunkt ankommen, warten bereits die Eltern sehnsüchtig auf ihre "Helden" und erschöpfte aber um unzählige Eindrücke und Erfahrungen reichere Jungs fallen in die ausgebreiteten Arme ihrer Lieben.

Was bleibt? Was kommt?

Für alle Teilnehmer der Reise beginnt jetzt eine Zeit der Ruhe. Entspannt wird an das Erlebte zurückgedacht oder auch aufgeregt darüber erzählt. Langsam verblasst vielleicht auch die eine oder andere Erinnerung.

Es kommt aber die Zeit, da will man wieder hin, hin zum größten Fußballturnier der Welt, hin zum Gothia-Cup, hin nach Göteborg, hin zum Treffen der Jugend der Welt. Und dann beginnt die Zeit der Sehnsucht. Allerorten die Frage: Wann geht es wieder los?

Wir Organisatoren sind zunächst einmal unheimlich glücklich alle Jungs heile nach Hause gebracht zu haben. Für uns beginnt jetzt auch die Zeit der Formalitäten. Verwendungsnachweise für die Zuschüsse müssen geschrieben und Rechnungen bezahlt werden.

Es wird ein Fotoalbum erstellt und im Vereinsheim ausgelegt. Wir planen eine Erinnerungsparty. Und dann kommt vielleicht die Zeit, in der auch wir wieder vom "Gothia-Fieber" befallen werden und hoffentlich eine neue Reise organisieren.

Das werden wir nie vergessen und wir nehmen uns schon jetzt vor, wenn irgend möglich im nächsten Jahr wieder dabei zu sein beim größten Fußballfest der Welt!

… wir vom TSV BASSUM waren dabei, DANKE an alle

Björn Drecktrah

Freundschaftsspiel

Dienstag
23.01.2018
19:30Uhr
VereinTdPkt
1TV Stuhr2638
2TUS Suling.1932
3FC Suling.1029
4Sudweyhe1427
5Wetschen1024
6Heiligenf.024
7Seckenh.622
8Twistringen-622
9Nienburg-221
10Mühlenfeld-516
11Kirchdorf-715
12BASSUM-114
13Hoya-1413
14Estorf.-Les.-189
15Diepholz-108
16Uchte-227

 FSJ´ler beim TSV