Gothia-Cup 2003

...wir gehen auf Reisen!

E-Jugend reiste nach Göteburg und erlebte tolle Tage

Alles begann im Frühjahr 2002. Ich führte mit einem Freund ein Gespräch über seine bevorstehende Reise mit der SG Siedenburg zum Gothia-Cup 2002. In diesem Gespräch wurde in mir das Interesse an einer Teilnahme der eigenen Mannschaft geweckt und es ließ mich auch nicht mehr los. Für das Jahr 2002 war es jedoch zu spät.

So begannen im Herbst 2002 meine Planungen für den Gothia-Cup 2003. Die Spieler und Eltern der 1. E-Jugend waren sofort begeistert. Nach der Anmeldung beim Organisationsteam in Göteburg, wurden Anträge auf Förderung der Reise bei verschiedenen Institutionen gestellt und es musste sogar eine Spielerlaubnis beim DFB beantragt werden. Dann begann im Winter die Zeit des Wartens.

Nachdem Wilhelm Beerhorst, Ulli Butt und Thorsten Labbus hatten sich bereit erklärten, die Reise als Betreuer mitzumachen, wurden wir im Juni dann richtig aktiv.

Wilhelm fertigte wasserdichte Ausweise für alle Reiseteilnehmer mit dem Namen, der Anschrift der Unterkunft und den Handy-Nummern der Betreuer an. Ulli Butt erläuterte in einem Schreiben, welche Sachen mitzunehmen sind bzw. welche nicht. Thorsten schließlich kümmerte sich um die Reisestrecke. Als letztes wurde mit den Eltern abgesprochen, wer welchen Reiseproviant besorgt oder anfertigt. Die Reise selber erfolgte mit dem Vereinsbus und einem Privat-Pkw. Damit war alles in Sachen Vorbereitung getan.

Jetzt musste es nur noch losgehen, am Samstag, den 12.07.2003, gegen 05.00 Uhr morgens war es dann soweit: Es geht los! Göteborg wir kommen!

10 Stunden Fahrt und eine Grundschule als Unterkunft

Bassum - Bremen - Hamburg - Puttgarden - Dänemark, die Fahrt verging wie im Flug. Im Vereinsbus wurden Karten oder Game-Boy gespielt; zwischendurch wurden vielleicht auch mal die Augen zugemacht. Kein Halt, den die Jungs nicht zum Bolzen nutzten.

Bei der Fährüberfahrt nach Dänemark um 09.00 Uhr morgens war das Wetter noch recht frisch. Dafür war es dann in Dänemark angenehm zu fahren. Ohne Probleme erreichten wir Schweden. Mindestens ab jetzt fuhren wir unter Umständen durch Städte unserer künftigen Spielgegner.

16.45 Uhr. Wir erreichen Mölndal, einen Vorort von Göteborg, der für die nächsten Tage unser Zuhause sein würde.

Die örtliche Grundschule zu finden ist nicht schwer. Ist sie doch alt und mächtig. Wie eine Burg liegt sie ein wenig oberhalb der Straßenbahnhaltestelle Mölndal und ist schon von weitem zu sehen.

In der Schule werden wir von drei jungen Mädchen des Organisationsteams empfangen. Es werden die Formalitäten erfüllt; die Zuweisung eines Platzes bei einem Feueralarm erscheint uns zu diesem Zeitpunkt etwas befremdlich, aber es gehört wohl dazu.

Dann stehen wir im Klassenraum, der für die nächsten Tage unser Schlafzimmer ist. Schnell werden Tische und Stühle so an den Seitenwänden angeordnet, dass wir unsere Luftmatratzen und Schlafsäcke ausbreiten, sowie die Taschen wegstellen können.

Nach einer kleinen Mahlzeit - wir sind zur Vermeidung der Hektik beim Einzug aller Mannschaft in die Schule einen Tag früher angereist - schauen wir uns auf dem Gelände um.

Der Abend ist dem Faulenzen oder anderen Dingen vorbehalten. Die Betreuer können sich eine erste Verschnaufpause und spielen Karten.

Vergnügungspark Liseberg, Spielort Kungsbacka und unser 1. Spiel

Unseren Spielort Kungsbacka, 25 km vor Mölndal, hatten wir uns am Anreisetag noch vor dem Erreichen der Unterkunft voller Neugier angeschaut. Was wir sahen, erfüllte uns mit Staunen. Sieben Groß- und vier Kleinfeldplätze, Rasen wie auf einem Golfplatz und eine Servicestation vom Besten. Hier musste man guten Fußball spielen können; keine Ausrede, von wegen schlechter Platz oder so, war möglich. Einfach toll die Anlage.

Am Sonntag, dem normalen Anreisetag, fuhren wir in den Vergnügungspark Liseberg. So gingen wir der Anreisehektik aus dem Weg und lernten einen ersten Teil Göteborgs kennen. Der Eintritt war laut den Unterlagen frei. Also ließen wir die Jungs nach einer kurzen "Ermahnung" von der Leine. Aber recht bald stellte sich heraus, dass der Eintritt in die eigentlichen Fahrgeschäfte nicht frei war. Da war das Taschengeld des einen oder anderen leider schon erheblich aufgebraucht.

Alle waren sich deshalb einig, den Ort des nicht kostenlosen Vergnügens zu verlassen und stattdessen den Abend in unserer Unterkunft mit Vorbereitungen zum Spiel am Montag zu verbringen. Die Trikots wurden überprüft, der Wimpel des TSV Bassum herausgeholt und die Fußballschuhe nochmals nachgesehen.

Eine tolle Leistung und eine wunderschöne Eröffnungsfeier

Montag, 12.10 Uhr, Platz 7 in Kungsbacka. Angespannt, vielleicht sogar ein wenig nervös, erreichen wir den Platz. Was würde unsere Jungs, Jahrgang 1993, in der Altersklasse B 11 (Jahrgang 1992), Gruppe 18, erwarten. Klare Niederlagen hoffentlich nicht. Schließlich sind wir die aktuellen E-Jugendkreispokalsieger.

Da stand der Gegner aus Hovas Billdal IF (Schweden). Ganz schön groß und kräftig die Jungs. Anpfiff, 45. Sekunde, der Ball knallt an unseren Pfosten. Glück gehabt. Aber schon wieder rennt der Gegner auf unser Tor zu. Gibt es eine Klatsche?

Die Jungs legen ihre Nervosität ab, halten dagegen und werden mit einem knappen Rückstand von 0:1 zur Pause belohnt. In der Pause gilt es zu trinken und sich abzukühlen, denn die Sonne brennt aus einem wolkenlosen Himmel.

Die zweite Halbzeit beginnt mit dem 0:2, schade. Aber dann folgt der Anschlusstreffer durch Hannes und die Mannschaft bäumt sich auf. Leider fällt in dieser Phase das 1:3, brechen die Jungs jetzt ein? Nein, mit einer tollen Moral aller Spieler und nach Treffern von Michael und nochmals Hannes erkämpfen wir uns noch verdient ein Unentschieden.

Eine erste Duftmarke ist gesetzt. Der Gegner lobt die Leistung unserer um ein Jahr jüngeren Spieler. Jetzt wollen wir morgen gewinnen, um vorzeitig die Tür ins Play-Off A weit aufzustoßen.

Kaputt und von der Sonne ausgebrannt schauen wir uns aus dem Schatten heraus noch ein Spiel an. Mehr ist nicht drin, denn heute ist der Tag der Eröffnungsfeier. Nur wer frühzeitig da ist, bekommt gute Plätze.

Nach dem Abendbrot fahren wir deshalb sofort los. Wir erreichen das Ullewi-Stadion um 17.30 Uhr. Einlass ist um 18.00 Uhr. Wir gehören zu den ersten Besuchern. Ein guter Platz ist damit gesichert.

Wir sind im Stadion, ein "Einpeitscher" sorgt mit Stimmungsliedern für eine erste gute Atmosphäre. 19.30 Uhr, die Eröffnungsfeier geht los. Natürlich erwarten wir umfangreiche Reden, aber nein, eine Rede ja, aber sie ist relativ kurz. Statt dessen beginnt zügig das eigentliche Programm.

Was sich in den nächsten 120 Minuten abspielt, kann hier nur ansatzweise beschrieben werden. Wie in einen guten Krimi werden wir von einem Höhepunkt zum nächsten geführt. Die Stimmung im Stadion brodelt. Die Welle geht um, junge Menschen schunkeln und singen zu den Liedern. Farbefrohe Auftritte von Mädchen aus Göteborg kündigen die 52 Nationen, jede Nation wird durch eine teilnehmende Mannschaft vertreten. Am Schluss unmittelbar vor uns ein riesiger Konfettiregen und dann das Abschlussfeuerwerk zur Musik von Abba. Wir sind fasziniert. Derartiges haben wir noch nicht erlebt. Kann Olympia schöner sein?

Um 23.00 Uhr verlassen wir langsam das Stadion. Die Straßenbahnen sind überfüllt. Junge Menschen aus allen Herren Länder ziehen fröhlich gelaunt durch die Innenstadt. Kurz nach Mitternacht entern wir schließlich eine nur dreiviertel volle Straßenbahn und fahren selig heim. Bettruhe ist um 01.00 Uhr.

Zwei beeindruckende Siege und dann Pech

Die Jungs schlafen lange an diesem Dienstagmorgen nach der fantastischen Eröffnungsfeier und unserem tollen erstem Spiel. Erst gegen 09.30 Uhr gehen wir zum Frühstück.

Etwas mehr Schwung kommt auf, als wir uns zum zweiten Spiel nach Kungsbacka aufmachen. Dort angekommen sind wir jedoch hellwach, die irre Stimmung auf den Plätzen - Aufwärmphasen anderer Mannschaften werden regelmäßig von lauter, stimmungsvoller Musik begleitet - tut das übrige. Wieder ist es bullig warm - wo ist Schatten?

Es erfolgt eine konsequente Aufwärmphase und Mannschaftsbesprechung. Dann ist sie da; unsere gegnerische Mannschaft aus Enskede IK (Schweden). Sie hatte am Vortag recht deutlich gewonnen. Vorsicht war also geboten. Aber schon nach 60 Sekunden schießt Michael das 1:0. Sollten wir gewinnen? Vor der Pause der Gegentreffer, sch... Zeitpunkt. Mitte der zweiten Halbzeit, Michael trifft den Pfosten und Hannes sogar ins Tor.

Gewinnen wir? Nein, noch nicht. Ein vermeidbarer Gegentreffer 5 Minuten vor Schluss. Unentschieden, auch gut. Nein, kurz vor Schluss trifft Hannes zum 3:2. Das ist der Sieg!

Auf dem Heimweg verfährt sich der Bus und findet einen tollen Badesee. Also, Sachen packen und hin. Ausruhen und erholen am See, toll.

Abends geht's dann in die Innenstadt. Die Jungs wollen in die Disco (2000 Besucher) und die Betreuer zur Betreuerparty. Aber beides ist nicht wirklich toll und so trifft man sich noch vor 22.00 Uhr vor der Unterkunft wieder. Aber auch hier kann man mit den anderen Mannschaften viel Spaß haben. Die Verständigung klappt, irgendwie!

Mittwochmorgen werden wir um 07.45 Uhr mit einem schrillen Ton aus den Betten geholt. Die Sirene ruft. Feuer? Alle raus aus den Säcken, runter auf den Schulhof und auf den zugewiesenen Platz stellen. Probealarm? Nein, Probealarm war es nicht, aber es hat auch nicht gebrannt. Offensichtlich ein technischer Defekt. Nun sind wir wach!

Gegen 11.00 Uhr geht's zum dritten Spiel. Ein Sieg sollte möglich sein; die Mannschaft des Sunnersta AlF (Schweden) hat bisher nur verloren. Und es wird ein Sieg, 6:0 Kantersieg. Torschützen 2x Michael, 2x Hannes, 1x Mirko und 1x Fabian. Gruppenerster?

Sch... . Leider nicht. Die andere Partie geht ebenso 6:0 aus und wir haben ein Tor zu wenig geschossen bzw. reingekriegt. Das heißt nicht Donnerstagmorgen spielen, sondern noch heute am späten Nachmittag.

Wir machen eine ausgiebige Mittagspause zur Erholung. Dann stehen wir auf dem Platz. Es winkt der Einzug ins Achtelfinale. Der Gegner Kävlinge GIF (Schweden) scheint nach den Leistungen schlagbar. Aber bereits nach wenigen Minuten das 0:1. Kompletter Tiefschlaf. Sind wir platt? Noch nicht. Philipp glückt das 1:1 und später sogar das 2:1 durch Michael. Aber dann kommt der Tiefschlag, ein Tor fast von der Mittellinie. 2:2 und wenig später ist Schluss. Siebenmeterschießen! Nur Hannes und Michael treffen, zu wenig. Wir sind raus. Jetzt ist der Akku leer.

Schade! Aber wir waren dabei!

Abends spielen die Jungs aber schon wieder mit den anderen aus der Unterkunft. Uganda gewinnt das Finale. Die letzte Nacht in Göteborg.

Der Freitag ist der Tag des Endspiels unserer Altersklasse. Es treffen um 12.15 Uhr im Ullevi-Stadion eine Mannschaft aus Schweden und die Kampala Kids Lieque aus Uganda aufeinander.

Bevor wir jedoch das Finalspiel anschauen, gehen wir noch mal ins Helden-Center. Wer noch etwas Taschengeld hat, kauft noch einmal ein. Einige nutzen die Gelegenheit zum Fußballtennis oder anderen Aktivitäten.

Dann ist es 12.15 Uhr. Die Spieler der beiden Mannschaften laufen im Stadion ein. Die 45.000 Plätze sind zu dieser frühen Stunde mit ca. 2000 Besuchern besetzt. Aber ständig kommen mehr. Es werden die Nationalhymnen gespielt und auf der Leinwand sind die Gesichter der Kicker zu sehen. Die Afrikaner, alle mit Gardemaß, singen mit der Hand auf der Brust mit. Ein tolles Bild.

Das Spiel endet zwar deutlich 7:3 für die Jungs aus Uganda, aber auch die schwedische Mannschaft überzeugte mit tollen Aktionen und Toren. Es folgt die Siegerehrung; zunächst musste der zweite Sieger auf das Podest und erhielt Erinnerungsmedaillen, dann folgte unter großem Applaus die Siegerehrung. Neben Medaillen gab es einen riesigen Pokal.

Ich glaube, so mancher aus der Mannschaft hätte sonst was gegeben, einmal auf dieses Podest steigen zu können; was in der Halbzeitpause auch dem Gewinner des Play-Off B vergönnt war.

Gegen 16.00 Uhr heißt es zurück in die Unterkunft, Koffer packen und letzte Kontakte zu den Spielern und Spielerinnen anderer Mannschaften aufnehmen oder pflegen. Bettruhe ist erst um 23.00 Uhr.

Am Samstag um 09.00 Uhr, nach dem Frühstück und dem Aufräumen der Unterkunft, heißt es Abschied nehmen von Göteborg. Es geht heim. Gegen 18.00 Uhr erreichen wir Bassum und unsere Familien.

Was bleibt?

Ich denke, dass die vielen unheimlich tollen Eindrücke erst noch verarbeitet werden müssen. Wenn es dann aber heißt: Wer will mit zum Gothia-Cup 2004? Dann werden die diesjährigen Teilnehmer mit die Ersten sein, die ihre Finger ganz weit in den Himmel strecken.

Ein Dank an alle, die uns diese tolle Reise ermöglichten. Es war ein Erlebnis.

Horst Schlottmann

Bezirksliga

Samstag
~
Dienstag
~
21.04.18
14:30Uhr
24.04.18
19:30Uhr
VereinTdPkt
1TV Stuhr4154
2TUS Suling.2342
3Sudweyhe1337
4Heiligenf.536
5FC Suling.734
6Twistringen534
7BASSUM831
8Wetschen430
9Seckenh.127
10Mühlenfeld-226
11Kirchdorf-1123
12Diepholz-821
13Nienburg-2621
14Hoya-1818
15Estorf.-Les.-1818
16Uchte-2117

 FSJ´ler beim TSV